Strohbär PDF Drucken E-Mail

Der Strohbär

Unser Heimatdorf Ewattingen ist eine alemannische Siedlung, wie die Endsilbe “ingen” besagt. Gräberfunde bestätigen diese Annahme. Weit vor Christi Geburt war unser Raum besiedelt. Unsere Vorfahren hatten ihre Sitten und Bräuche, die noch biStrohbärs in den heutigen Tag erhalten sind. Der Boden und das raue Klima formte diese Menschen. Der Winter war streng und hart, und darum wurde die Wintersonnenwende als großes Ereignis gefeiert. Man vertrieb in Stroh gehüllt die bösen Geister und die Krankheiten. Aus diesem Brauch entstand unsere Fasnachtsfigur, der “Strohbär”.
Der heilige Gallus, unser Kirchenpatron, hatte als Symbol einen Bären dabei. Auch zeigt sich in Ewattingen immer wieder der Bär als Symbol, in Flurnamen wie “Bärliwies” und “Bärlibrunnen” kommt er vor.
Nach mündlicher Überlieferung zog der “Strohbär” schon 1850 durch die Straßen. Man durfte ihm nichts anhaben. Wer ihm etwas zu leide tat, musste eine Strafe von 3 Goldmark zahlen. Damals wie heute eine beachtliche Summe.

Die Herstellung des 'Hääs'

Obwohl das Stohbärenkostüm auf den ersten Blick doch etwas einfach aussieht, erfordert die Anfertigung viel Geschick und Fingerfertigkeit. Auf eine Schnur werden zunächst 30 Zentimeter lange Baststreifen aufgeknüpft, wobei Naturbast verwendet wird. Ganz eng aneinander müssen die Baststreifen geknüpft werden, damit das “Strohbärenfell” dann auch schön dicht wird. Auf der zwölf Meter langen Schnur die für ein Kostüm benötigt wird, müssen deshalb über 1800 Knoten geknüpft werden. Die Zusammengeknüpften Baststreifen werden nach dem Knüpfen auf eine Latzhose und eine Jacke aufgenäht - und fertig ist danach das Strohbärenhääs. Über 30 Stunden Handarbeit sind erforderlich, um ein Strohbärenhaäs anzufertigen.
Die Bärenmaske wird von einem Schnitzer aus Hüfingen in stundenlanger Handarbeit angefertigt.

 

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