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Die Geschichte des Narrenverein Ewattingen e.V.

 

Unser Heimatdorf Ewattingen ist eine alemannische Siedlung, wie die Endsilbe "ingen" besagt. Gräberfunde bestätigen diese Annahme Weit vor Christi Geburt war unser Raum besiedelt. Unsere Vorfahren hatten ihre Sitten und Gerbäuche, die noch bis in die heutigen Tage erhalten sind. Der Boden und das rauhe Klima formte diese Menschen. Damals war man froh, wenn der strenge und lange Winter vorbei war. Man hatte nicht die angenehm warme Wohnung wie heute. Darum wurde die Wintersonnenwendfeier gefeiert für alle Dorfbewohner. Man vertrieb in Stroh gehüllt böste Geister und Krankheiten, zum Teil auch wilde Tiere. Daraus entstand unsere Fasnachtsfigur, der Strohbär. Der heilige Gallus, unser Kirchenpatron, hatte als Symbol einen Bären dabei und man nimmt an, dass auch aus dieser Quelle der Strohbär entstand. Immer wieder zeigt sich in unserem Dorf der Bär als unser Symbol. Ein Beispiel dafür sind die Flurnamen wie "Bärlewies und Bärlibrunnen". Dieser Brauch hat sich bis heute fortgepflanzt.
Unser Dorf wurde im Jahre 797 nach Christus erstamls erwähnt und wurde 816 vom Grafen Gotzberg dem Kloster St. Gallen in der Schweiz vermacht. Es wechselte weltlichen und geistlichen Herrschern. Bis zur Abschaffung der Leibeigenschaft gab es stürmische Zeiten, unter anderem spielte sich bei uns ein Teil des Bauernkrieges ab. Unser Ort war Sitz einer Obervogtei. Der Drang nach Freiheit wurde immer stärker und es tauchte im Jahre 1848 der Name "Hecker" auf. Wir Elferräte haben die Vogtskluft und den Heckerhut als unser Kostüm für mehr geistige Freiheit bis hin zur Narrenfreiheit gewählt.
Nach mündlicher Überlieferung zog der "Strohbär" schon 1850 durch unsere Strassen. Man durfte ihm nichts anhaben. Wer ihm was zu leide tat, musste eine Strafe von 3 Taler, einer beachtlichen Summe Geld bezahlen.
Um 1900 begann man mit den Fasnachtsspielen, die politischen Charakter hatten. Als Beispiel kann der Boxer- und Indianeraufstand genannt werden. Leider machte der Erste Weltkrieg diesen Spielen ein Ende. Doch nach einigen Jahren danach begann man wieder. Auch berichtet unser langjähriger Narrenvater, Alois Grüninger vom Spiel vom Hecker un dder Deutschen Republik im Jahre 1939. Danach kam wieder eine Zwangspause durch den Zweiten Weltkrieg.
Nach diesem schrecklichen Ereignis begann man ca. 1950 wieder damit die Fasnacht zu machen. Damals lud uns der damalige Ratschreiber Hauger auf das Rathaus und regte an, man solle unseren Brauch wieder aufleben lassen. Früher sei man als Strohbär verkleidet durch das Dorf gezogen. Man habe einen Zopf aus Stroh gemacht und um den Leib gewickelt. Dann ist man mit viel Getöse und Narri Narro durchs Dorf gezogen. Dieser Brauch blieb bis heute erhalten.
In jüngerer Zeit wurden einige politischen Ereignisse auf das Korn genommen. Wie z. B. der Zusammenschluss von Baden und Württemberg zum Südweststaat. Auch von der Gemeindereform blieben die Ewattinger Bürger nicht verschont, was den Narren zur Kritik Anlass gab. Auch die Ewattinger Bürger bleiben an Fasnacht nicht verschont. Wenn einer einen ungeschickten Ausspruch tut oder jemand ein amüsantes Missgeschick passiert, kommt das an unserer Fasnacht in der sogenannten "Wäsche".
Bei unserer Fasnacht wirkt nicht nur der Narrenverein mit, sondern alle Vereine bemühen sich schon wochenlang vorher durch Proben, die Ewattinger Fasnacht mitzugestalten um wie es in unserer Gegend heisst "für de höchschte Fiertig im Johr z'rüsten."
Bei uns gilt der Wahlspruch "Mir hon s'ganz Johr nit s'lachen, drum wemmer mol richtig Fasnet mache. Narri Narro".